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19/04

Kosten sparen und die Umwelt schonen

Unternehmen, die auf Elektromobilität setzen, nehmen eine Vorreiterrolle beim Klimaschutz ein. Und sie sparen langfristig Energiekosten. So klappt es mit dem Umstieg.

E-Mobilität im Fuhrpark

Erschienen in Ausgabe 2019-3

adestation statt Tankstelle – so heißt das Motto des Hamburger Sanitärfachbetriebs Heinz Kopp GmbH. Geschäftsführer Andreas Kopp hat seit 2014 sechs Elektrofahrzeuge für den Betrieb angeschafft – vier Montagewagen und zwei Pkw. Mit diesen führt das Unternehmen seine Aufträge in der gesamten Metropolregion Hamburg aus und spart damit nicht nur Spritkosten, sondern leistet auch einen aktiven Beitrag zum Klimaschutz. Für seine Vorbildfunktion wurde der Betrieb 2017 von der Handelskammer Hamburg in der Kategorie kleiner und mittlerer Unternehmen als „Luftgütepartner“ ausgezeichnet. Im Mobilitätsbereich nehme die Heinz Kopp GmbH eine Vorreiterrolle ein und überzeuge damit neben Kunden auch die eigenen Mitarbeiter, heißt es in der Begründung der Handelskammer.

 

Die Erfahrungen mit der Elektromobilität sind bei Kopp durchweg positiv. Probleme mit der häufig als zu gering bemängelten Reichweite von Elektroautos gebe es nicht, bilanziert Andreas Kopp. Auch die Zuladung sei in der Regel völlig ausreichend. Die Akkus der Fahrzeuge werden über Nacht auf dem Betriebshof aufgeladen. Die Energie dafür kommt aus der betriebseigenen Photovoltaikanlage. Selbst die höheren Anschaffungspreise sind für Andreas Kopp kein Argument gegen die Elektromobilität: „Wenn mehr Betriebe die Kosten über die gesamte Nutzungszeit miteinander vergleichen würden, wären viel mehr Elektrofahrzeuge im Einsatz.“

 

Kaufprämie für Elektroautos verlängert
Ein weiterer guter Grund für Unternehmen, dem Beispiel der Heinz Kopp GmbH zu folgen: Die Umweltprämie für den Kauf oder das Leasing von reinen Elektroautos und Plug-in-Hybriden wurde von der Bundesregierung kürzlich bis Ende 2020 verlängert. Plug-in-Hybride haben zusätzlich zum Verbrennungsmotor einen E-Motor, dessen Batterie entweder über den Verbrennungsmotor oder extern geladen werden kann.

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  • So stellen Sie den Antrag für die Umweltprämie

    Den Umweltbonus finanzieren die Bundesregierung und die Autoindustrie je zu 50 Prozent. Beim Kauf eines reinen Batterieautos bedeutet dies einen Zuschuss von insgesamt 4.000 Euro, bei Plug-in-Hybrid-Fahrzeugen 3.000 Euro. Prämien sind für Modelle mit einem Listenpreis von maximal 60.000 Euro für das Basismodell möglich. Das reicht für viele Pkw sowie Kleinst- und Kleintransporter, aber auch für etliche 3,5 Tonner-Kastenwagen. Käufer müssen das neue E-Auto mindestens neun Monate behalten, das gilt auch beim Leasing. Die Prämie kann beim Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle (BAFA) elektronisch beantragt werden. Dort gibt es auch eine Liste der förderfähigen Elektrofahrzeuge.

Das Bundesamt für Güterverkehr fördert im Förderprogramm „EEN“ befristet bis Ende 2020 die Anschaffung von Lkw und Sattelzugmaschinen mit Elektroantrieb, Erdgasantrieb (Compressed Natural Gas – CNG) oder Flüssigerdgasantrieb (Liquefied Natural Gas – LNG). Die Förderung beträgt bis einschließlich 12 Tonnen zulässiges Gesamtgewicht 12.000 Euro und darüber hinaus 40.000 Euro pro Fahrzeug. Weitere Fördermöglichkeiten gibt es auf Landesebene. Nordrhein-westfälische Unternehmen erhalten beispielsweise seit Februar 2019 beim Kauf von Elektro-Pkw zusätzlich zur Umweltprämie des Bundes noch einmal 4.000 Euro extra. Der Kauf von elektrisch betriebenen Nutzfahrzeugen mit 2,3 bis 7,5 Tonnen wird mit 8.000 Euro bezuschusst, der von E-Transportern bis 4,25 Tonnen sogar mit 12.000 Euro. Mehr Infos gibt es beim NRW-Wirtschaftsministerium.

 

8 aktuelle E-Autos für Selbstständige und Freiberufler

ADAC belegt Kostenvorteile
Neben der Kaufprämie und den günstigeren „Spritkosten“ sprechen aus finanzieller Sicht weitere Argumente für die schrittweise Umstellung des Fuhrparks auf E-Mobilität. Dazu gehören geringere Wartungskosten – an einem Elektrofahrzeug finden sich deutlich weniger Verschleißteile als an Benzinern oder Dieselfahrzeugen. Nimmt man alle Kosten eines Fahrzeugs zusammen, vom Kaufpreis über sämtliche Betriebs- und Wartungsaufwände bis zum Wertverlust schneiden Elektroautos immer häufiger überraschend gut ab. Das ist das Ergebnis einer aktuellen Vollkosten-Berechnung von acht ausgewählten Elektroautos, die der ADAC Ende 2018 vorgenommen hat. Demnach liegt zum Beispiel der e-Golf von VW auf Augenhöhe mit dem Benziner. Ein Tesla Model X, für das es keine Kaufprämie gibt, ist in der Vollkostenrechnung sogar günstiger als ein Audi Q7. Andreas Kopp beziffert die Wartungskosten seines Fuhrparks auf 150 bis 280 Euro pro Auto im Jahr.

  • E-Mobilität: Das gilt steuerlich

    Halter rein elektrisch betriebener Fahrzeuge, die bis zum 31. Dezember 2020 erstmals zugelassen werden, zahlen aktuell für diese zehn Jahre lang keine Kfz-Steuer. Dienstwagen werden seit dem 1. Januar 2019 pauschal mit 0,5 Prozent des Listenpreises versteuert (Verbrenner 1 Prozent). Zudem muss von Arbeitnehmern das Laden des Elektroautos beim Arbeitgeber nicht als geldwerter Vorteil versteuert werden. Ende Juli 2019 hat das Bundeskabinett ein weiteres Steuerpaket zur Förderung der Elektromobilität beschlossen. Demnach soll es für die Anschaffung neuer, rein elektrisch betriebener Lieferfahrzeuge von 2020 bis 2030 eine Sonderabschreibung geben. Diese beträgt einmalig 50 Prozent der Anschaffungskosten und ergänzt die reguläre Abschreibungsmöglichkeit. Die Sonderabschreibung gilt nur für gewerblich genutzte Elektrolieferfahrzeuge und ist auf kleine und mittelgroße Nutz- oder Lieferfahrzeuge beschränkt.

Reichweite noch mit Nachholbedarf
Elektro-Pkw sind heute bereits mit maximalen Reichweiten von bis zu 600 Kilometern erhältlich. Die Praxisreichweite von Nutzfahrzeugen liegt eher zwischen 100 und 200 Kilometern. Für Fahrzeuge, die hauptsächlich im Stadtverkehr unterwegs sind, etwa die Flotten von Handwerksbetrieben, Pflegediensten oder Kurierservices, reicht das aber häufig aus. Im besten Fall findet sich in der Nähe des Einsatzortes beim Kunden eine Ladesäule, an der das Fahrzeug nachgeladen werden kann.  Die Akkukapazitäten werden zudem ständig weiterentwickelt (siehe Bilderslider zu den neuen E-Transportern) und auch die Ladegeschwindigkeit verbessert sich kontinuierlich. Viele E-Autos lassen sich bereits in weniger als 30 Minuten aufladen. Auch die Zahl der öffentlichen Ladesäulen nimmt stetig zu: Das Ladesäulenregister des Bundesverbands der Energie- und Wasserwirtschaft verzeichnet im Mai 2019 rund 17.400 öffentliche Ladepunkte. Seit Mitte 2018 sind demnach fast 4.000 Ladestationen hinzugekommen. Alle Ladesäulen werden mit 100 Prozent Ökostrom betrieben.

 

Auch weiche Argumente zählen

Neben rein betriebswirtschaftlichen Erwägungen spielen beim Umstieg auf die Elektromobilität auch emotionale Kriterien eine Rolle. Viele Unternehmen rüsten ihre Fahrzeugflotte um, weil sie einen Beitrag zum Klimaschutz leisten wollen. Daneben können Wünsche von Mitarbeitern oder drohende Fahrverbote entscheidende Kaufargumente sein. Und nicht zuletzt führt das umweltbewusste Fahren zu einer positiven Wahrnehmung bei Kunden und in der Öffentlichkeit. Denn nachhaltiges Handeln genießt heute einen hohen Stellenwert. „Meine Kunden haben auf die Umstellung durchweg positiv reagiert“, sagt Andreas Kopp.

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  • Bildnachweise

    Aufmachervideo: iStockphoto (mgost); weitere Fotos: Hersteller

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