Erschienen in Ausgabe 2016-4

Digitalen Wandel verlässlich finanzieren

natGAS: Hier wird ein Kraftwerk virtuell

Die natGAS Aktiengesellschaft aus Potsdam trägt ihre ursprüngliche Geschäftsidee noch im Namen: den Handel mit Gas. Mithilfe innovativer digitaler Technik hat sich der Energiehändler seit seiner Gründung im Jahr 2000 zum Spezialisten in der Flexibilitätsvermarktung weiterentwickelt. Betreibern von dezentralen Erzeugungsanlagen, Stadtwerken und Industriebetrieben bietet natGAS nun auch Lösungen und Modelle zur Erlössteigerung an. Bei der Finanzierung des innovativen Brandenburger Unternehmens ist die Postbank seit langem ein verlässlicher Partner.

aris, Marrakesch, Potsdam. Diese drei Städte stehen jede auf ihre Weise beispielhaft für den Kampf gegen den Klimawandel. In der französischen Hauptstadt tagte 2015 die Weltklimakonferenz und verabschiedete ein Abkommen, um die Erderwärmung aufzuhalten. Am 5. Oktober 2016 Jahres ist der Vertrag in Kraft getreten. Anfang November 2016 debattierten Klimapolitiker aus der ganzen Welt in Marrakesch über den politischen Fahrplan für das Projekt. Und wenn es um die Umsetzung der geplanten Energiewende geht, lohnt ein Blick nach Potsdam. Oder genauer: auf die dort ansässige natGAS AG.

 

Digitale Transformation braucht verlässliche Finanzierung

Dienstleister wie natGAS machen den politisch eingeleiteten Wandel von fossilen hin zu regenerativen Energiequellen überhaupt erst möglich. Aber auch Banken wie die Postbank gehören dazu, denn sie begleiten innovative Unternehmen auf ihrem digitalen Transformationsweg als verlässliche Partner.

 

Was also ist das Besondere an dem brandenburgischen Unternehmen, das im Jahr 2000 gegründete wurde, um im frisch liberalisierten Energiemarkt Kunden zu gewinnen, die vom Öl auf Gas umgestiegen waren? Fragt man Vorstand Jörg Bauth, dann ist es zum einen Unabhängigkeit: „Weil wir ein ungebundener Energiedienstleister sind, können wir unseren Kunden Gas oder Strom zu optimalen Konditionen an den internationalen Märkten beschaffen.“ Zum anderen sind es technische Kreativität und Innovationsfreude. „Wir sehen uns als aktiver Mitgestalter der Energiewende und unterstützen unsere industriellen und kommunalen Großkunden beim wirtschaftlichen Betreiben und Optimieren ihrer Produktions- und Energieerzeugungsanlagen. Zudem wenden wir uns gezielt an Betriebe der Agrar- und Entsorgungswirtschaft, die aus eigenen Ressourcen Ökostrom erzeugen, den wir im 24/7-Betrieb am kontinuierlichen Intraday-Stromhandel der EPEX SPOT vermarkten“, beschreibt Bauth das neue zukunftweisende Geschäftsfeld.

 

Vom Rohstofflieferanten zum Energie-Portfoliomanager

Vom reinen Gas- oder Stromlieferanten hat sich natGAS zum Energie-Portfoliomanager entwickelt, der seine Kunden sowohl bei ihren Kauf- und Verkaufsentscheidungen als auch bei der Durchführung aller im Markt erforderlichen Transaktionen unterstützt. „Vom Handel an den Energiebörsen über Kapazitätsbuchungen und das Management der Ein-, Ausspeise- und Verbrauchsdaten bis hin zur konkreten Belieferung vor Ort bieten wir alles aus einer Hand – modular oder im Gesamtpaket“, fasst der natGAS-Vorstand die Angebotspalette zusammen.

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natGAS AG und Postbank – Partner im Dienste der Energiewende

Avalkredite der Postbank sorgen für Sicherheit

Das klassische Gas- oder Stromangebot bleibt zwar weiterhin wichtig, macht aber nur noch einen Teil der Gesamtdienstleistung aus. Die dabei geforderten Sicherheiten stellt das Unternehmen traditionell mit einem Avalrahmen der Postbank. „Das ist für uns die günstigste Lösung“, sagt David Schweizer, der bei natGAS als Bereichsleiter für die Finanzen und das Risikomanagement verantwortlich ist. Und er hebt hervor: „Dass wir uns hier auf die Postbank als Finanzierungspartner verlassen können, eröffnet uns die Möglichkeit, neue Geschäftsfelder wie das Energie-Portfoliomanagement erfolgreich zu erschließen.“

 

Neue Energiedienstleistungen ohne Digitalisierung undenkbar

Ein wichtiger Aspekt dieser Strategie ist die konsequente Digitalisierung. Jörg Bauth und sein Team haben früh erkannt: „Es geht in unserem Geschäft immer weniger um den Transport von Energierohstoffen, sondern zunehmend um Daten und Steuerungsprozesse.“ Ein wichtiger Treiber dafür ist die Energiewende. Der Schwenk von großen Atom-, Kohle- oder Gaskraftwerken zu einer kleinteiligen regenerativen Stromerzeugung aus Biomasse, Windkraft und Photovoltaik verändert auch die Marktmechanismen. Vereinfacht dargestellt: Früher wurde Strom produziert, wenn er gebraucht wurde. Schon heute und mehr noch in Zukunft sollte Strom möglichst dann verbraucht werden, wenn er gerade produziert wird. Das Regulativ ist der Preis. Wenn kein Wind weht oder die Sonne nicht scheint, wird Strom teurer. Unternehmen müssen dann entscheiden, ob sie zu diesen Preisen produzieren wollen. Produktionsprozesse sowie vor- und nachgelagerte Lieferketten müssen also sehr viel flexibler werden.

 

Produktionsprozesse energetisch optimieren

Genau hier kommt natGAS mit seinen digitalen Lösungen ins Spiel. In deren Zentrum steht ein virtuelles Kraftwerk. Das heißt: Die Potsdamer Experten schließen ihre Kunden an ein Energie-IT-Hochleistungsnetzwerk an. Darüber erhalten natGAS-Kunden Strom von den nationalen und internationalen Strombörsen zum aktuell günstigsten Preis – deren Konditionen werden aktuell im 15-Minuten-Takt gefixt. Zudem können Betreiber von Biogas-, Windkraft- und Solaranlagen ihren Strom mit Hilfe von natGAS vermarkten. Das gilt auch für Industriekunden und Stadtwerke, die häufig selbst mit Blockheizkraftwerken Energie erzeugen. Und wenn Unternehmen die entsprechenden Daten liefern, kann natGAS auch die gesamten Produktionsprozesse energetisch optimieren.

Fakten zur natGAS AG

Die natGAS AG ist ein unabhängiges internationales Energieunternehmen mit Sitz in Potsdam. Seit seiner Gründung im Jahr 2000 hat es sich europaweit zum Anbieter von Dienstleistungen, Energielösungen und Lieferungen sowie zu einem internationalen Handelshaus rund um Gas und Strom entwickelt.

 

  • Absatz 2015: rund 109 Terawattstunden Erdgas und Strom
  • Umsatz 2015: ca. 2,5 Milliarden Euro
  • Mitarbeiter: ca. 100
  • Länder: Deutschland, Belgien, Frankreich, Schweiz, Österreich, Italien
  • Website: www.natgas.de

Virtuelle Zukunft mit ganz realen Erfolgsaussichten

Aktuell zählt natGAS vor allem große Industrieunternehmen, die viel Energie verbrauchen, sowie Stadtwerke zu seinen Kunden. Aus Sicht des Energiedienstleisters ist das aber bloß der erste Schritt. Wenn der Anteil regenerativer Energiequellen in den nächsten Jahren weiter steigt und die Digitalisierung mittelständischer Betriebe fortschreitet, sollten immer mehr Unternehmen ihren Energieeinsatz auf diese Weise optimieren können. Die Zukunftsperspektiven von natGAS sind virtuell, die Erfolgsaussichten aber sind absolut real.

 

Postbank Digitalisierungskredit für den Mittelstand

Um mittelständische Unternehmen dabei zu unterstützen, notwendige Investitionen in ihre Digitalisierung umzusetzen, hat die Postbank kürzlich ein Sonderkreditprogramm mit dem Finanzierungszweck „Digitalisierung im deutschen Mittelstand“ in Höhe von 500 Millionen Euro aufgelegt. Mathias Müller, der als Vertriebsdirektor Geschäfts- und Firmenkunden der Postbank u.a. das Unternehmen natGAS betreut, empfiehlt: „Mittelständler sollten diese Chance nutzen und sich zeitnah über die interessanten  Konditionen sowie die höchst flexiblen Rahmenbedingungen des Sonderkreditprogramms informieren.“

 

Denn eine zügige digitale Transformation ist für Unternehmen fast aller Branchen und Größenordnungen, die langfristig am Markt bestehen wollen, längst Pflicht. Mehr noch: Sie eröffnet in vielen Fällen ganz neue Geschäfts- und Ertragsmodelle – wie das Beispiel natGas eindrucksvoll belegt.

Warum die Energiewende von digitaler Vernetzung lebt

  • Bildnachweise

    Heiko Laschitzki (2), iStock by Getty Images (chinaface, jnogueron, kontrast-fotodesign, LeoWolfert, yangphoto)

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