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Perspektiven

Freiräume schaffen, Liquidität sichern

Leasing, Mietkauf und Factoring verzeichnen zum Teil deutliche Zuwachsraten. Aus gutem Grund, denn insbesondere Mittelständler können von den Vorteilen dieser alternativen Finanzierungen auf vielfältige Art profitieren. Anhand von zwei Fallstudien zeigen wir, warum sich die Weber Automotive GmbH für Mietkauf und die Landgard Genossenschaft fürs Factoring entschieden haben.

Leasing, Mietkauf, Factoring

Erschienen in Ausgabe 2016-2

as Zinsniveau ist derzeit zwar besonders niedrig und auch die regelmäßig vom Münchner ifo Institut gemessene Kredithürde für Unternehmen liegt historisch tief – dennoch sollten Mittelständler alternative Finanzierungsinstrumente wie Leasing oder Factoring nicht aus den Augen verlieren. Für Michael Menke, der in der Postbank für beide Bereiche Experte ist, gehören Leasing- und Mietkauflösungen und auch der Forderungsverkauf längst zum Standardrepertoire im Finanzierungsmix des deutschen Mittelstands (siehe Interview unten). Dadurch schaffen sich Unternehmen nicht nur neue Freiräume für Investitionen, sondern sichern sich zudem Liquidität, um auch noch ihre Bilanzkennzahlen und ihr Rating verbessern zu können. Wie das im Detail funktioniert, zeigen im Folgenden zwei aktuelle Fallbeispiele.

 

 

 

Fallstudie Weber Automotive GmbH
Mit Leasing und Mietkauf Wachstum bewältigen

Die Weber Automotive GmbH mit Hauptsitz in Markdorf am Bodensee fokussiert sich auf die Komplettbearbeitung von komplexen Bauteilen im Antriebsstrang (z.B. Motorblöcke, Zylinderköpfe und Getriebegehäuse) und beschäftigt 1.500 Mitarbeiter an fünf Standorten in Deutschland, Ungarn und den USA. Dies ist ein kapitalintensives Geschäft, Zulieferer der Automobilproduzenten müssen mit ihren Produkten stets auf dem neuesten Stand sein. Die Unternehmensgruppe wächst in diesem Markt rasant. Seit 2011 hat sie ihren Umsatz von 74 Millionen auf 306 Millionen Euro organisch vervierfacht. Zum Ende des Jahres 2015 hat Weber Automotive die Mehrheit beim saarländischen Automobilzulieferer SaarOTEC übernommen. Zuvor wurde Ende 2014 in Bernau bei Berlin ein neues Werk eröffnet, in dem unter anderem Motorblöcke für einen namhaften deutschen Erstausrüster (Original Equipment Manufacturer, OEM) gefertigt werden. „Für uns ergeben sich permanent vielfältige Finanzierungsherausforderungen“, sagt Sven Hattwig, Geschäftsführer und CFO der Unternehmensgruppe. Um diesen Herausforderungen adäquat zu begegnen, setzt er mit seinem Team neben klassischer Bankfinanzierung auch auf Leasing und Mietkauf. Für das Werk in Bernau etwa wurde eine Produktionslinie mit einer Investitionssumme von ca. 12 Millionen Euro über einen Mietkaufvertrag mit der Postbank Leasing GmbH finanziert. „Der Mietkauf ist für uns eine gute Alternative, unter anderem weil er unsere Kreditlinien nicht belastet“, erläutert der Finanzchef.

 

Passgenaue Lösungen für den Mittelstand
So wie Weber Automotive setzen immer mehr Unternehmen auf Leasing oder Mietkauf als Alternative oder Ergänzung für die Außenfinanzierung von entscheidenden Investitionen. „Ein  wichtiger Grund dafür ist die hohe Transparenz dieses Finanzierungsmodells", sagt Volker Jacobi, einer der Geschäftsführer der Postbank Leasing GmbH. Der Leasingnehmer erhält gegen Entgelt für einen bestimmten Zeitraum vom Hersteller oder von einer Leasinggesellschaft die Nutzungsrechte am Leasinggut, zum Beispiel einer Maschine (siehe Grafik). Die Vertragsdauer ist grundsätzlich kürzer als die sogenannte betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer. Unterschieden wird zumeist zwischen Verträgen mit Vollamortisation (VA) und Teilamortisation (TA). Bei VA-Verträgen deckt der Leasingnehmer mit den während der unkündbaren Grundmietzeit geleisteten Raten die Anschaffungs- und Herstellungskosten sowie die Nebenkosten einschließlich der Finanzierungskosten des Leasinggebers. Bei TA-Verträgen ist das geleaste Objekt am Ende der Vertragslaufzeit noch nicht vollständig abbezahlt. Die Restschuld kann dann zum Beispiel mit dem Erlös aus einem Verkauf getilgt werden.

 

Nutzfahrzeuge und Investitionsgüter finanzieren
Geleast werden in Deutschland überwiegend mobile Güter (mehr zum deutschen Leasingmarkt erfahren Sie hier). „Über Leasing finanzieren lässt sich bei uns im Prinzip alles, was mobil und drittverwendungsfähig ist“, erläutert Sebastian Karnath, Regionaldirektor der Postbank Leasing GmbH für die Region Süd. Bei der Postbank sind das insbesondere Nutzfahrzeuge sowie Investitionsgüter – von der einzelnen Produktionsmaschine bis zur kompletten Fertigungslinie. Was unter den Begriff „mobil“ fällt, regelt im Zweifel das Steuerrecht, erläutert Sebastian Karnath.

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  • Weber Automotive GmbH

    Eines der führenden Unternehmen für die Komplettbearbeitung von komplexen Antriebskomponenten für die globale Fahrzeugindustrie.

     

    • Zentrale: Markdorf, Baden-Württemberg
    • Standorte: Markdorf, Neuenbürg, Bernau bei Berlin, St. Ingbert(Deutschland), Esztergom (Ungarn), Auburn Hills (USA)
    • Mitarbeiter: ca. 1.500
    • Konzernumsatz: ca. 367 Mio. Euro
    • Website: www.weber-automotive.com

Weber Automotive GmbH – ein Blick hinter die Kulissen

Mit Leasing und Mietkauf Liquidität und Eigenkapital schonen
Die Vorteile des Leasings für Unternehmen liegen auf der Hand: Es ist unter bestimmten Voraussetzungen bilanzneutral, lässt bestehende Kreditlinien unberührt und wirkt dadurch insgesamt liquiditäts- und eigenkapitalschonend. Im Gegensatz zum Bankkredit muss – abgesehen von zu Vertragsbeginn zu leistenden Sonderzahlungen – weder Eigen- noch Fremdkapital vorgehalten werden. Da dem Leasinggeber das Objekt selbst als Sicherheit dient, entfällt beim Leasingnehmer zudem oft die Erfordernis weiterer Sicherheiten. Im Gegensatz zu Bankkrediten, bei denen eine Vollfinanzierung oft nicht möglich ist, kann durch Leasing auch die komplette Investitionssumme abgedeckt werden. Nach dem „Pay-as-you-earn“-Prinzip finanziert sich das Leasingobjekt dabei quasi selbst: Der Finanzierungsaufwand verteilt sich auf die Nutzungsdauer und damit auch auf den Zeitraum, in dem Erträge aus dem Objekt erwirtschaftet werden. Unter Umständen können die Leasingraten bei saisonalen Geschäften auch an schwankende Erträge angepasst werden.

 

Mietkauf – hier lassen sich auch staatliche Fördermittel integrieren
Beim Mietkauf räumt die Leasinggesellschaft ihrem Kunden das Recht ein, das Investitionsgut innerhalb einer Frist zu einem vorher festgelegten Preis zu erwerben. Die bis dahin gezahlten Mietraten werden auf den Kaufpreis angerechnet. Im Gegensatz zu einem Leasingobjekt taucht eine Mietkaufsache aber immer sofort in der Bilanz des Mietkäufers auf. Diese Form der Finanzierung bietet sich vor allem dann an, wenn es um die längerfristige Nutzung eines Investitionsgutes geht, das nicht kurzen Innovationszyklen unterliegt, speziell auf ein Unternehmen zugeschnitten ist und sich nicht ohne Weiteres für eine Drittverwertung eignet. Zudem kann der Mietkauf die Nutzung staatlicher Fördermittel ermöglichen, die für Leasinginvestitionen häufig ausgeschlossen sind. Letzteres war auch bei Weber Automotive einer der Gründe dafür, bei der Finanzierung der neuen Produktionslinie auf Mietkauf zu setzen. „Durch unsere langfristige Geschäftsbeziehung wussten wir, dass die Postbank für Geschäfts- und Firmenkunden viel Erfahrung bei der Einbindung von Fördermitteln besitzt“, sagt Sven Hattwig. „Günstige Konditionen und eine schnelle Bearbeitung waren dann letztlich die entscheidenden Gründe dafür, dass wir solche Investitionen gerne mit der Postbank Leasing GmbH realisieren.“

 

 

 

Fallstudie Landgard eG
Mit Factoring Liquidität perfekt steuern

Die Landgard eG im nordrhein-westfälischen Straelen-Herongen nahe der niederländischen Grenze ist in Deutschland einer der Big Player im Geschäft mit frischen Blumen und Pflanzen sowie Obst und Gemüse. „Wir sind im Wettbewerb einzigartig“, sagt Armin Rehberg, der als Vorstandsvorsitzender und CEO für das gesamte Unternehmen, insbesondere aber für die Finanzen und das Controlling verantwortlich ist. Noch vor wenigen Jahren stand die heute mehr als 3.200 Mitgliedsunternehmen zählende Genossenschaft wirtschaftlich vor großen Herausforderungen. Es folgte eine umfassende Restrukturierung. Seit 2015 schreibt das Unternehmen wieder schwarze Zahlen.

 

Was die Landgard eG bei ihren Kunden – dazu zählen Top-Einzelhandelsketten, große Bau- und Pflanzenmärkte sowie rund 50.000 Fachhandelskunden – so erfolgreich macht, ist neben der Vielfalt und Qualität der Waren insbesondere eine einzigartige Prozessstabilität bei der Logistik. Denn der Anbau und Handel mit Blumen, Pflanzen oder hoch verderblichen Lebensmitteln wie Salat, Tomaten, Äpfeln und Gemüse findet unter schwierigsten Bedingungen statt. „Unser Geschäft ist extrem wetterabhängig und saisonal“, erläutert Armin Rehberg die Herausforderungen. Und genau dafür hat man im Rahmen der Restrukturierung mit passgenauen Finanzierungslösungen ein Konstrukt entwickelt, das der Genossenschaft weiteres Wachstum ermöglicht.

 

In umsatzstarken Phasen wird hoher Liquiditätsbedarf schnell gedeckt
Einer der Erfolgsfaktoren dieser neuen Strategie heißt Factoring. „Der Forderungsverkauf bringt uns bei der Liquiditätsbeschaffung viele Vorteile“, sagt Michael Maas. Als Leiter der Finanz- und Bilanzbuchhaltung hat er den gesamten Factoringprozess gemeinsam mit Experten der PB Factoring GmbH implementiert. Das Tochterunternehmen der Postbank fungiert in dem Konsortial-Factoring-Konstrukt als zentraler Ansprechpartner. In umsatzstarken Phasen mit hohem Liquiditätsbedarf sichert sich die Genossenschaft mit einem stillen Inhouse-Factoring nun den notwendigen Kapitalzufluss. In umsatzschwächeren Monaten sinkt das Volumen automatisch. „Mit einer klassischen Finanzierungslösung wären wir niemals so flexibel“, meint Michael Maas.

  • Landgard eG

    Deutschlands größte Erzeugergenossenschaft für Blumen und Pflanzen sowie Obst und Gemüse.

     

    • Zentrale: Straelen-Herongen, Nordrhein-Westfalen
    • Mitgliedsbetriebe: ca. 3.200
    • Mitarbeiter: mehr als 3.000
    • Konzernumsatz: ca. 1,8 Mrd. Euro
    • Website:  www.landgard.de

Landgard eG – ein Blick hinter die Kulissen

Leistung erbracht – Geld auf dem Konto
Zudem reagiert die Genossenschaft mit dem Verkauf ihrer Forderungen auch auf eine Besonderheit ihrer Kunden. Denn die großen Handelsketten erwarten von ihren Lieferanten in der Regel sehr langfristige Zahlungsziele. „Für uns ist das Factoring die ideale Lösung“, sagt der Chef der Finanzbuchhaltung. Denn: „Wenn wir unsere Leistung erbracht haben, ist auch das Geld schnell auf dem Konto.“ Ein weiterer Vorteil sei die Transparenz dieser Lösung. Zwölf Landgard-Gesellschaften haben mit dem Mutterkonzern und den beiden Factoring-Unternehmen einen Vertrag geschlossen. Das Team von Michael Maas kann auf dieser Grundlage nun zentral für alle Gesellschaften Daten ins System der PB Factoring GmbH einpflegen und erhält selbst schnell eine Rückmeldung zum Umfang der angekauften Forderungen.

 

Konsortial-Factoring als Baustein einer umfänglichen Finanzierung
„Mit dem Konsortial-Factoring hat sich für die Landgard eG die Komplexität bei der Liquiditätssteuerung deutlich reduziert“, sagt Monika Loock-Weber, Geschäftsführerin in der PB Factoring GmbH. Zuvor hatte es noch mehrere Einzelverträge mit verschiedenen Factoringpartnern und unterschiedlichen Konditionen gegeben. Und Michael Röring, der als regionaler Vertriebsleiter der PB Factoring GmbH u.a. für das Unternehmen Landgard zuständig ist, skizziert den überschaubaren zeitlichen Aufwand, der dafür nötig war: „Von der Idee bis zum Start verging nur knapp ein halbes Jahr.“ Weitere Informationen zum deutschen Factoringmarkt finden Sie hier.

 

Für den Vorstandsvorsitzenden der Genossenschaft hat sich der Aufwand „auf alle Fälle sehr gelohnt“. Zudem hebt Armin Rehberg hervor, dass die Factoringlösung ein wichtiger Baustein einer umfänglichen langfristig angelegten Finanzierungsstruktur sei. „Wir haben jetzt Sicherheit für drei Jahre mit einer Option auf mehr und auch hier ist die Postbank als eine unserer Kernbanken natürlich mit an Bord.“

Interview

„Leasing und Factoring sollen den klassischen Bankkredit nicht ersetzen, sondern sinnvoll ergänzen“

Michael Menke,
Geschäftsführer in der PB Factoring GmbH sowie in der Postbank Leasing GmbH.

  • Interview lesen

    Perspektiven: Herr Menke, die Finanzierungsbedingungen für Mittelständler sind vor dem Hintergrund der Niedrigzinsphase aktuell recht günstig. Was spricht dafür, dass sich Unternehmen auch heute mit Themen wie Leasing oder Factoring beschäftigen?

    Michael Menke: Leasing und Factoring sind aus dem Wirtschaftsalltag auch unter den aktuellen Bedingungen nicht mehr wegzudenken. Im Gegenteil: Sie sind tragende Bestandteile einer allumfassenden unternehmerischen Finanzierungsstrategie. Dabei sollen diese alternativen Finanzierungsinstrumente den klassischen Bankkredit nicht ersetzen, sondern ihn sinnvoll ergänzen.

     

    Perspektiven: Ist das im Mittelstand angekommen?

    Michael Menke: Aus meiner Sicht ist die Antwort hier ein klares Ja – auch wenn insbesondere das Factoring noch großes Entwicklungspotenzial in unserem Land hat. Die Factoringbranche feiert von Jahr zu Jahr neue Bestmarken, der Umsatz ist 2015 auf gut 209 Milliarden Euro gestiegen. Das Leasing ist mit einem jährlichen Volumen von mehr als 50 Milliarden Euro nach wie vor Deutschlands größter Investor. Und auch hier ist das Marktpotenzial längst noch nicht ausgeschöpft.

     

    Perspektiven: Was macht diese Finanzierungsformen für den Mittelstand so interessant?

    Michael Menke: Mit Leasinglösungen erreichen Unternehmen vor allem drei Dinge: Sie schonen ihre Liquidität, sorgen für klar kalkulierbare Kosten und entlasten gleichzeitig auch noch ihre Bilanz. Daraus kann sich dann auch noch ein vierter Vorteil ergeben: Das Rating solcher Unternehmen wird in der Regel besser.

     

    Perspektiven: Und die Vorteile des Factorings?

    Michael Menke: Der Verkauf von Forderungen hat ähnliche Effekte. Unternehmen können ihre Bilanz verkürzen und das Rating optimieren. Vor allem aber kommen sie erheblich schneller zu ihrem Geld und können sich gegen Debitorenrisiken absichern.

     

    Perspektiven: Sie sind Geschäftsführer in den beiden Postbank Tochterunternehmen, die Leasing- und Factoringlösungen anbieten. Wo liegen Ihre Stärken mit Blick auf den deutschen Mittelstand?

    Michael Menke: Schauen wir zuerst aufs Factoring: Da bieten wir ein wirklich breites Spektrum mit allen gängigen Varianten – von der Full-Service-Lösung über Inhouse still und offen bis hin zum Finanz- und Reverse-Factoring. Unsere Experten sorgen für individuelle maßgeschneiderte Lösungen und das alles basiert auf den Fundamenten einer leistungsstarken EDV.

     

    Perspektiven: Innovative elektronische Zahlungsverkehrslösungen sind ja seit jeher eine Stärke der Postbank ...

    Michael Menke: Genau. Alle reden heute über Digitalisierung – bei uns findet der Forderungsverkauf schon seit Jahren beleglos statt. Die PB Factoring hat dafür eigens eine Portallösung entwickelt. Rechnungen werden darüber zum Verkauf an die PB Factoring angeboten und wir stellen unseren Firmenkunden über das Portal dann individuelle Reports zur Verfügung. Das ist alles sehr effizient.

     

    Perspektiven: Gibt es Branchen, die für das Factoring besonders prädestiniert sind?

    Michael Menke: Eine klare Schwerpunktbranche in Deutschland ist der Handel, hier werden gut ein Viertel der Factoring-Umsätze generiert. Dann folgen der Fahrzeug- und der Maschinenbau sowie der Dienstleistungsbereich. Wir in der PB Factoring haben uns allerdings auf keine Branche festgelegt, sondern prüfen jede Anfrage ganz individuell.

     

    Perspektiven: Wo liegen Ihre Schwerpunkte beim Thema Leasing?

    Michael Menke: Die Postbank Leasing hat sich auf die Kernbereiche des deutschen Mittelstands spezialisiert. Sie bietet Firmenkunden langjährige Branchenerfahrung und umfangreiche Objektexpertise. Wir sind der richtige Ansprechpartner, wenn es um Maschinen, Produktionsanlagen und Fertigungsstraßen geht. Die Märkte und Branchen können dabei sehr unterschiedlich sein. Ob Bau, Energie, Nahrungs- und Genussmittel, Werkzeugmaschinen, Flurförderfahrzeuge, Medizintechnik, Kunststoffverarbeitung oder Investitionen im Bereich Druck und Medien – die Liste ließe sich nahezu endlos fortsetzen.

     

    Perspektiven: Liegt Ihr Schwerpunkt also eher im Bereich der Produktionsanlagen?

    Michael Menke: Nein, auf keinen Fall. Wir sind ein erfahrener Partner, wenn es um Nutzfahrzeuge geht, zum Beispiel Sattelzüge, Trailer, Anhänger, Auflieger, Busse für den ÖPNV, Kräne oder ähnliche Mobilien. Und auch bei logistiknahen Gütern, wie zum Beispiel Hochregallagern, haben wir eine ausgewiesene Expertise.

     

    Perspektiven: Welche Faktoren sind für Sie beim Leasinggeschäft mit Mittelständlern besonders wichtig?

    Michael Menke: Ausschlaggebend für uns ist immer das Objekt. Dessen Werthaltigkeit kann den Kreditentscheidungsprozess positiv beeinflussen und sich auch vergünstigend auf die Preisgestaltung auswirken. Wenn wir uns in die Lage eines Firmenkunden versetzen, sind natürlich andere Aspekte wichtiger. Ein Vorteil für die Unternehmen ist zum Beispiel, dass sich unsere Vertragsgestaltung am tatsächlichen Werteverlauf orientiert. Weil wir als Tochtergesellschaft der Postbank günstige Refinanzierungsmöglichkeiten haben, sind auch lange Vertragslaufzeiten von bis zu acht Jahren möglich. Auf dieser Ausgangslage basiert auch unser vielleicht größter Vorteil, und das ist unsere enorme Flexibilität. Wir orientieren uns wirklich an den Bedürfnissen unserer mittelständischen Kunden und können für sie auch saisonale oder degressive Ratengestaltung möglich machen.

     

    Perspektiven: Gibt es überhaupt keine Einschränkungen bei diesem Geschäft?

    Michael Menke: Grundsätzlich werden von der Postbank Leasing GmbH nur neue Objekte finanziert. Doch selbst da sind wir nicht komplett dogmatisch. Es gibt auch Beispiele für Leasingkontrakte über gebrauchte Objekte. Das Maximalalter liegt zum Beispiel bei Nutzfahrzeugen allerdings bei zwei Jahren und es kommt auch hier auf das Ergebnis der Einzelfallprüfung an.

     

    Perspektiven: Wie wird sich das Leasing im Mittelstand in den nächsten Jahren entwickeln?

    Michael Menke: Das Leasing bleibt tragender Bestandteil bei der Investitionsfinanzierung in unserem Land. Da bin ich ganz sicher. Insbesondere die Industrialisierung 4.0 stellt die Unternehmen vor viele neue Herausforderungen. Hier sehe ich ein signifikantes Investitionspotenzial aus dem deutschen Mittelstand.

     

    Perspektiven: Blicken wir zum Abschluss auch noch einmal auf das Factoring. Wie fällt da Ihre Prognose aus?

    Michael Menke: Forderungsbasierte Finanzierungen wie das Factoring werden in Zukunft stark wachsen, da bin ich mir sicher. Das Beispiel unseres Kunden Landgard zeigt zudem einen weiteren Trend im Mittelstand ganz deutlich: Das Geschäft wird immer internationaler. Auch darauf stellen wir uns ein, wir wollen unsere Factoringkunden beim Erschließen neuer Märkte aktiv begleiten.

  • Bildnachweise

    Aufmacher-Slider: Susanne Kurz für HMC und Patrick Pfeiffer für HMC.

     

    Info-Elemente zu den Unternehmen: Weber Automotive GmbH und Landgard eG.

     

    Interview: Deutsche Postbank AG.

     

    Foto-Slider Weber Automotive GmbH: Alle Motive Patrick Pfeiffer für HMC.

     

    Foto-Slider Landgard eG: Motive 1 bis 7 Susanne Kurz für HMC, Motive 8 und 9 Landgard eG.

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