Geschäftskunden, Firmenkunden, KMU, Mittelständler, Unternehmen, Handwerk, Postbank, Firmen, Betriebe, Prognosen, Wirtschaft, Finanzen, Konjunkturaussichten, US-Dollar, Rohölpreise, USA, China, Wachstumsaussichten, Zinsentwicklung, Anleihen, Börse, Leitzins, EZB, Dr. Marco Bargel, Binnennachfrage, Wirtschaftsleistung, BIP, Wachstumsraten, KfW-ifo-Mittelstandsindikator, Inflation, Geldmarktzinsen, Aktienmärkte, Kapitalmärkte

Lesedauer: 7 Minuten

Digitalisierung

Hilfe aus der Wolke

Die Buchführung ist für kleinere Betrieb oft eine lästige Pflicht. Software aus der Cloud kann dabei eine große Erleichterung sein. Welche Tools es gibt und was bei ihrer Auswahl beachtet werden sollte.

Buchführung muss sein, auch wenn das Sammeln, Sortieren und Ablegen von Rechnungen und Belegen eher zu den unbeliebteren Tätigkeiten des Unternehmerdaseins gehört. Denn eine korrekte Buchhaltung ist zum Beispiel Grundlage für die Gewinnermittlung, die jedes Unternehmen jährlich beim Finanzamt einreichen muss und die gegebenenfalls auch für Kreditanträge bei der Bank benötigt wird. Auch um die direkten Corona-Hilfen des Bundes zu beantragen, war und ist eine nachvollziehbare Buchführung unerlässlich. Nicht zuletzt verschafft man sich durch gut geführte Bücher einen verlässlichen Überblick darüber, wie gut oder schlecht die eigenen Geschäfte laufen.

 

Cloud-Lösungen auf dem Vormarsch

Ganz egal, ob man zur Gewinnermittlung die sogenannte einfache Buchführung nutzen kann oder bilanzieren muss, also seinen Gewinn mit doppelter Buchführung errechnet: Um sein Unternehmen sicher für die Zukunft aufzustellen, sollte man in Sachen Buchführung auf digitale Unterstützung setzen. Besonders bei kleineren Unternehmen sind webbasierte Tools beliebt. Mit wenigen Klicks lassen sich damit in der Cloud (englisch für „Wolke“), also auf dem Server des Anbieters, Angebote verwalten, Rechnungen stellen oder gleich der gesamte Jahresabschluss erledigen. Die meisten dieser Buchführungsprogramme haben eine DATEV- und ELSTER-Schnittstelle, damit die Daten problemlos und sicher an den Steuerberater oder das Finanzamt übertragen werden können.

 

Vorteile der in der Regel abobasierten Cloud-Lösungen: Die Software ist immer auf dem neuesten Stand, weshalb bei einer Änderung der gesetzlichen Vorgaben kein neues Programm erworben werden muss. Zudem kann die Buchführung an jeden beliebigen Ort mit Internetanschluss verlegt werden, etwa aufs heimische Sofa oder ins Hotel. Laut einer gemeinsamen Umfrage des Digitalverbands Bitkom und des Zentralverbands des Deutschen Handwerks nutzen bereits 27 Prozent der deutschen Handwerksbetriebe die eine oder andere Form von Cloud-Computing. „Digitale Technologien können den Arbeitsalltag erleichtern, Zeit sparen und Abläufe in den Betrieben enorm vereinfachen. Die Chancen sind riesig – jeder sollte sie ergreifen und die Potenziale der Digitalisierung für sein Unternehmen heben“, betont Bitkom-Geschäftsleiter Niklas Veltkamp.

Fakten

So funktioniert Cloud-Computing

Die Cloud (englisch für „Wolke“) ist in ihrer Grundfunktionalität nichts anderes als Speicherplatz oder Rechenkapazität auf einem Server – je nach Servicemodell ergänzt um verschiedene Funktionalitäten. Die Server stehen entweder bei externen Anbietern und sind vom Nutzer verschlüsselt über das Internet zu erreichen (Public Cloud) oder sie sind ausschließlich über das unternehmenseigene Intranet zugänglich (Private Cloud).

 

Bei reinen IT-Infrastrukturangeboten, beispielsweise der Zurverfügungstellung von Speicherplatz, spricht man von „Infrastructure as a Service“ (IaaS). Wird dem Nutzer in der Cloud eine Software zur Verfügung gestellt, die er auf Abonnementbasis nutzen kann, nennt sich das „Software as a Service“ (SaaS). Dabei gibt es rein onlinebasierte Services, die keine Installation auf dem Gerät des Nutzers erfordern, oder die Kombination aus Online-Services und Desktop-Software beziehungsweise Apps. Vorteil der Kombinationsvariante: Die Software kann dann auch offline genutzt werden.

 

Eine Online-Suche nach Anbietern von Cloud-Services bietet die Trusted-Cloud-Initiative des Bundesministeriums für Wirtschaft und Energie. Informationen zur sicheren Nutzung von Cloud-Diensten gibt eine Broschüre des Bundesamtes für Sicherheit in der Informationstechnik.

Auf GoBD-Zertifizierung achten

Gut zu wissen: Für die digitale Buchführung gibt es klare Vorschriften, die in den umfangreichen „Grundsätzen zur ordnungsmäßigen Führung und Aufbewahrung von Büchern, Aufzeichnungen und Unterlagen in elektronischer Form sowie zum Datenzugriff“, kurz GoBD, definiert sind. Wer sich nicht an diese Regeln hält, riskiert eine Steuerschätzung durch das Finanzamt, die zu hohen Steuernachforderungen führen kann. Auf der sicheren Seite ist also, wer eine GoBD-zertifizierte Buchführungssoftware nutzt, auch wenn die Zertifikate nicht von der Finanzverwaltung ausgestellt werden und insofern nicht unbedingt vor einer Betriebsprüfung durch das Finanzamt schützen. Zudem sollte man auf eine Sicherheitszertifizierung für die Datenübertragung achten, zum Beispiel durch das Verschlüsselungsprotokoll TLS (Transport Layer Security). Schließlich sollen die eigenen Geschäftsdaten nicht in unbefugte Hände gelangen. Eine Orientierungshilfe für die Sicherheit bei der Cloud-Nutzung gibt der DsiN-Cloud-Scout der Initiative „Deutschland sicher im Netz“.

 

Flexibel anpassbar

Der Leistungsumfang cloudbasierter Buchhaltungssoftware lässt sich zumeist modular an die Bedürfnisse eines wachsenden Unternehmens anpassen. Die Bandbreite der Leistungen reicht von Hilfe bei der Rechnungsstellung über das Erstellen der Umsatzsteuervoranmeldung, der Einnahmenüberschussrechnung oder der Gewinn- und Verlustrechnung bis zur kompletten Steuererklärung. Sämtliche Angebote lassen sich bei seriösen Anbietern kostenfrei testen. Noch ein Vorteil: Für den Nutzer entfallen Investitionen in die Installation und Konfiguration von Software.

 

Buchhaltungssoftware von der Bank

Mittlerweile bieten auch einige Banken ihren Kunden im Rahmen des Geschäftskontos smarte digitale Lösungen für Buchhaltung und Rechnungswesen an. Das beginnt mit kostenlosen Banking-Apps wie der App Postbank Business Assistent, mit der sich zum Beispiel Rechnungen erstellen und verschicken lassen, und reicht bis zu Kooperationen mit Anbietern von Cloud-Lösungen. Die Postbank arbeitet hier seit dem 14. Juni 2021 mit dem Buchhaltungssoftware-Anbieter sevDesk zusammen.

Postbank

Die smarte Lösung:
Geschäftskonto plus Buchhaltung aus der Cloud

Bei der Postbank hat man sich jetzt bewusst für die Kooperation mit dem Anbieter sevDesk entschieden, der eine cloudbasierte Buchhaltungslösung für Freiberufler, Selbstständige und kleine Unternehmen anbietet. Postbank Kunden stehen insgesamt drei Tarife zur Auswahl – mit jeweils 25 Prozent Nachlass auf die regulären Preise im ersten Jahr. Gewählt werden können die aufeinander aufbauenden Tarife „Rechnung“, zur Kundenverwaltung und Erstellung GoBD-konformer Angebote und Rechnungen, „Buchhaltung“, unter anderem mit zusätzlicher automatischer Belegerfassung und ELSTER-Schnittstelle, sowie „Warenwirtschaft“, der auch die Lagerverwaltung umfasst. Weitere Informationen zur Kooperation und der kostenfreien Testversion von sevDesk gibt es hier.

  • Bildnachweise

    Aufmacherfoto: iStockphoto / courtneyk

Weitere Artikel

Finanzierung

Mit Investitionen im Wettbewerb gewinnen

Investitionen sind auch für kleine und mittlere Unternehmen wichtig. Finanzie-rungen sind dafür jetzt leicht zu haben.

Aktuelles

Wie Unternehmen jetzt ihre Liquidität planen

Worauf Unternehmer jetzt in Sachen Liquidität achten sollten und wie die Rückkehr zur Normalität gelingen kann.

Finanzierung

Forderungen richtig managen

Wie sich Unternehmen vor coronabedingten Forderungsausfällen ihrer Kunden schützen können.

Newsletter

Kontakt

Perspektiven