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Corona aktuell

Welche Hilfen jetzt noch möglich sind

Der Staat unterstützt Unternehmen, die durch die Coronavirus-Pandemie in Schwierigkeiten geraten sind, mit einer Vielzahl von Maßnahmen. Welche noch länger gelten und welche bald ablaufen, zeigt unser Überblick.

Um die wirtschaftlichen Folgen der Coronavirus-Pandemie abzumildern, hat die Bundesregierung seit März 2020 eine Vielzahl von Unterstützungsmaßnahmen für Unternehmen aufgelegt. Diese reichen von finanziellen Soforthilfen über Notkredite der staatlichen KfW-Bank bis zu gesetzlichen Änderungen, etwa in Bezug auf die Insolvenzantragspflicht. Gut zu wissen: Einige Maßnahmen sind kürzlich verlängert worden.

Corona-Hilfsmaßnahmen – was jetzt noch gilt

  • Corona-Überbrückungshilfe (verlängert bis 31.12.2020)

    Kleine und mittelständische Unternehmen, Soloselbstständige und Freiberufler können als Nachfolge zu dem am 31. Mai ausgelaufenen Soforthilfeprogramm des Bundes noch bis zum 31. Dezember 2020 einen Antrag auf Corona-Überbrückungshilfe stellen. Das Programm war ursprünglich bis zum 30. September befristet und wurde Anfang September verlängert. Dies gilt allerdings lediglich für den Insolvenzantragsgrund der Überschuldung. Weiterhin gibt es auch Förderangebote der Bundesländer. Mehr Informationen dazu finden Sie hier.

  • KfW-Corona-Hilfe (bis 31.12.2020)

    Noch bis zum Jahresende 2020 können Unternehmen, Selbstständige und Freiberufler, die durch die Coronavirus-Pandemie in finanzielle Schieflage geraten sind, Kredite aus der KfW-Corona-Hilfe beantragen. Folgende Kredite stehen zur Auswahl:

     

    Die Antragstellung erfolgt in allen Fällen bei der Hausbank. Seit Mitte Mai bietet die Postbank Geschäftskunden, die einen Förderkredit aus dem KfW-Sonderprogramm 2020 in Anspruch nehmen wollen, auf ihrer Homepage die Möglichkeit, unverbindlich den ihnen durch die Coronavirus-Krise entstandenen Liquiditäts- beziehungsweise Kapitalbedarf zu ermitteln. Dafür steht als unverbindliches Serviceangebot ein praktischer Finanzierungsbedarfsrechner zum Download bereit. Des Weiteren können Interessenten mit dem Postbank Finanzierungs-Kompass anhand weniger Angaben den zu ihrem Finanzierungsbedarf passenden Förderkredit aus dem KfW-Sonderprogramm 2020 identifizieren und online ihre Kreditanfrage stellen.

     

    Postbank Geschäftskunden erhalten persönliche Beratung zu den Themen Finanzierung, Zahlungsverkehr, Vorsorge und Geldanlage telefonisch im Postbank Geschäftskunden Beratungscenter. Sie erreichen uns Montag bis Samstag von 8.00 bis 21.00 Uhr unter 0228 5500 4400. Auf Wunsch können Sie auch online einen Rückruf vereinbaren.

     

    Als Postbank Firmenkunde wenden Sie sich bei allen Fragen bitte weiterhin direkt an Ihren Firmenkundenbetreuer.

  • Erweiterte Bürgschaften (bis 31.12.2020)

    Die Bürgschaftsbanken haben im Zuge der Coronavirus-Pandemie ihre Unterstützung für Unternehmen erweitert. In diesem Rahmen wurden folgende Maßnahmen beschlossen:

    • die Anhebung der Bürgschaftsobergrenze auf 2,5 Millionen Euro (bisher 1,25 Millionen Euro),
    • eine höhere Risikoübernahme des Bundes durch Erhöhung der Rückbürgschaft sowie
    • verschiedene Maßnahmen zur Beschleunigung der Entscheidungen.

    Die Maßnahmen sollen branchenübergreifend alle gewerblichen kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) sowie die freien Berufe unterstützen. Sofern zur Überbrückung der Coronavirus-Krise Liquiditätshilfen zum Beispiel von der KfW oder den Landesförderinstituten notwendig werden, können die Bürgschaftsbanken diese in Verbindung mit einer Hausbankfinanzierung ermöglichen.

  • Erweiterte Exportkreditgarantien (bis 31.12.2020)

    Befristet bis zum 31. Dezember 2020 können Exportgeschäfte mit kurzfristigen Zahlungsfristen (bis 24 Monate) auch innerhalb der EU und in bestimmten OECD-Ländern mit staatlichen Exportkreditgarantien des Bundes abgesichert werden. Damit sollen mögliche Engpässe im privaten Exportkreditversicherungsmarkt aufgefangen werden. Begünstigte Länder sind neben den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union auch Australien, Island, Japan, Kanada, Neuseeland, Norwegen, die Schweiz, die USA und das Vereinigte Königreich.

  • Wirtschaftsstabilisierungsfonds (WSF) des Bundes (bis 31.12.2020)

    Der WSF stellt Unternehmen branchenübergreifend Hilfen zur Stärkung ihrer Kapitalbasis und zur Überwindung von Liquiditätsengpässen bereit. Der Fonds hat ein Gesamtvolumen von bis zu 600 Milliarden Euro.  Der WSF richtet sich an große Unternehmen und sieht zwei Stabilisierungsinstrumente vor (kombinierte Anwendung möglich):

    • Garantien des Bundes zur Absicherung von Bankkrediten und Kapitalmarktprodukten im Fremdkapitalbereich. Diese sollen die Refinanzierungsmöglichkeiten der Unternehmen auf dem Finanzmarkt verbessern.
    • Rekapitalisierungen bis zu 100 Milliarden Euro (Erwerb von nachrangigen Schuldtiteln, Hybridanleihen, Genussrechten, stillen Beteiligungen, Wandelanleihen) oder Erwerb von Anteilen an Unternehmen und die Übernahme sonstiger Bestandteile des Eigenkapitals dieser Unternehmen.

    Erster Ansprechpartner für Unternehmen, die eine Unterstützung durch den WSF in Anspruch nehmen möchten, ist das Bundeswirtschaftsministerium.

  • Aussetzung der Insolvenzantragspflicht (teilweise verlängert bis 31.12.2020)

    Kann eine Kapitalgesellschaft ihre Zahlungsverpflichtungen in absehbarer Zeit nicht bedienen, ist der Geschäftsführer normalerweise verpflichtet, innerhalb von drei Wochen den Antrag auf Insolvenz beim zuständigen Amtsgericht einzureichen. Diese Insolvenzantragspflicht ist bis zum 31. Dezember 2020 unter bestimmten Bedingungen ausgesetzt. Damit soll vermieden werden, dass ein Unternehmen allein deshalb einen Insolvenzantrag stellen muss, weil sein Antrag auf öffentliche Hilfen noch nicht bearbeitet wurde oder weil Finanzierungsverhandlungen aufgrund der Corona-Krise noch nicht zum Erfolg geführt haben. Die Frist sollte ursprünglich am 30. September auslaufen.

     

    Voraussetzung für die Aussetzung eines Insolvenzantrags ist ab Oktober nur noch der Insolvenzgrund Überschuldung. Unternehmen, die zahlungsunfähig sind, müssen ab Oktober wieder Insolvenz beantragen. Als überschuldet gilt ein Unternehmen, wenn sein Vermögen nicht ausreicht, um seine Verbindlichkeiten zu decken. Die Überschuldung des Unternehmens muss nachweislich eine Folge der Coronavirus-Pandemie sein. Dabei gilt: War der Schuldner am 31. Dezember 2019 noch nicht überschuldet, wird vermutet, dass die Insolvenzreife auf den Auswirkungen der Pandemie beruht. Im Zweifel sollten Unternehmer sich hier mit ihrem Rechtsanwalt oder einem Steuerexperten beraten. Alle weiteren Regelungen finden Sie hier. Die Bundesregierung ist grundsätzlich ermächtigt, die Aussetzung der Insolvenzantragspflicht bis zum 31. März 2021 zu verlängern.

  • Ausbildungsförderung für Unternehmen (Ausbildungsjahr 2020/2021)

    Die Bundesregierung hat am 24. Juni 2020 das Bundesprogramm „Ausbildungsplätze sichern” auf den Weg gebracht. Damit sollen kleine und mittelständische Unternehmen mit bis zu 249 Beschäftigten, die schwer von der Coronavirus-Pandemie betroffen sind, bei der Aufrechterhaltung ihres Ausbildungsangebotes unterstützt werden. Die Förderung beträgt 2.000 Euro für jeden für das Ausbildungsjahr 2020 abgeschlossenen Ausbildungsvertrag. Für jeden über das frühere Ausbildungsniveau hinaus zusätzlich für das Ausbildungsjahr 2020 abgeschlossenen Ausbildungsvertrag erhält das Unternehmen eine Prämie in Höhe von 3.000 Euro. Zudem gibt es Förderungen für die Vermeidung von Kurzarbeit während der Ausbildung, für die stärkere Nutzung von Verbund- oder Auftragsausbildung für Auszubildende, die ihre Ausbildung bedingt durch die Coronavirus-Krise temporär nicht im eigenen Betrieb weiterführen können, sowie eine Übernahmeprämie für die Weiterführung von Ausbildungsverhältnissen bei pandemiebedingter Insolvenz eines Ausbildungsbetriebs. Es werden Ausbildungsverhältnisse gefördert, die im Zeitraum vom 1. August 2020 bis 15. Februar 2021 beginnen. Die Antragstellung erfolgt bei der Bundesagentur für Arbeit.

  • Steuerliche Erleichterungen

    Im Rahmen des ersten und zweiten Corona-Steuerhilfegesetzes wurde eine Vielzahl steuerlicher Maßnahmen beschlossen (Auswahl):

    • Die Umsatzsteuersätze sind vom 1. Juli bis zum 31. Dezember 2020 von 19 auf 16 Prozent beziehungsweise von sieben auf fünf Prozent reduziert.
    • Der steuerliche Verlustrücktrag wird für die Jahre 2020 und 2021 auf 5 Millionen Euro bzw. 10 Millionen Euro (bei Zusammenveranlagung) angehoben sowie ein Mechanismus eingeführt, um den Verlustrücktrag für 2020 unmittelbar finanzwirksam schon mit der Steuererklärung 2019 nutzbar zu machen.
    • Für bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens, die in den Jahren 2020 und 2021 angeschafft oder hergestellt werden, wird die degressive Abschreibung (wieder) eingeführt. Sie beträgt 25 Prozent, höchstens das 2,5-Fache der linearen Abschreibung.
    • Die Fristen für die Vornahme von Investitionen nach §§ 7g und 6b EStG werden um ein Jahr verlängert.
    • Bei der Besteuerung der privaten Nutzung von Dienstwagen, die keine Kohlendioxidemission je gefahrenen Kilometer haben (E-Autos), wurde der Höchstbetrag des Bruttolistenpreises von 40.000 Euro auf 60.000 Euro erhöht.
    • Die Stundung von Steuerzahlungen, die bis zum 31. Dezember 2020 fällig werden, wurde erleichtert.
    • Eine aktuelle Übersicht über alle steuerlichen Änderungen gibt es beim Bundesfinanzministerium.

Der Artikel ersetzt keine steuerliche Beratung. Alle Angaben ohne Gewähr. Stand: September 2020

  • Bildnachweise

    Aufmachervideo: iStockphoto (riccardokolp)

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