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Factoring

Liquidität sichern
– auch in schwierigen Zeiten

Gut 100.000 Medikamentenpackungen verlassen täglich die Lager der Richard Kehr GmbH &

Co. KG. Der Pharmagroßhändler aus Braunschweig ist ein wichtiges Bindeglied zwischen

mehr als 1.100 deutschen Apotheken und Medikamentenproduzenten aus der ganzen Welt.

Zuverlässigkeit ist für das Familienunternehmen ein zentraler Erfolgsfaktor. Das gilt auch für

Zahlungen an Lieferanten. Darum setzt Kehr zur Liquiditätssicherung auf Factoring.

Wer in diesen Zeiten über einen Pharmagroßhändler berichtet, kommt am Thema Corona-Pandemie natürlich nicht vorbei. Im Gegensatz zu vielen anderen Branchen, die durch das Virus nicht oder nur eingeschränkt arbeiten konnten, gab es für die Unternehmen der Kehr-Gruppe in den vergangenen Monaten deutlich mehr zu tun als sonst. Anfangs aufgrund von Hamsterkäufen; später, weil im Bereich der Infektionsschutzartikel die Nachfrage gestiegen ist. Die Belieferung von Apotheken war und ist systemrelevant. Dieser wichtige Job wird von den rund 380 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern an den Kehr-Standorten Braunschweig, Dessau und Ludwigsfelde sowie auch von den Außendienstlern unter strengen Gesundheitsschutzanforderungen sichergestellt – und die haben sich bisher hervorragend

bewährt.

 

Pünktlich zahlen: Teil der Firmenphilosophie

Die 120 Fahrzeuge des Logistikspezialisten sind regelmäßig unterwegs – und sie waren es auch in der strengen Lockdown-Phase. Bestellte Medikamente kamen so auch weiterhin stets pünktlich in den Apotheken an. Und ebenso punktgenau bezahlte das Unternehmen seine Lieferanten. „Das gehört für uns zur Firmenphilosophie“, sagt Sabine Breuer. Als Leiterin des Unternehmenscontrollings hat sie die Liquidität stets umfassend im Blick. Und weil die Zahlungsströme bei der Zusammenarbeit mit Apotheken komplex sind, setzt sie beim Management der Finanzen auch auf Factoring. Ein wichtiger Partner dafür ist seit Beginn dieses Jahres die PB Factoring GmbH.

Pünktlich liefern, pünktlich zahlen – Teamarbeit von Kehr und Postbank

Richard Kehr GmbH & Co. KG

Fakten

Richard Kehr gründete seine Pharmagroßhandlung 1924 in Halberstadt. Mittlerweile führt die dritte Generation das Familienunternehmen von Braunschweig aus. Nach der Wiedervereinigung wurden in Dessau und im Jahr 2013 in Ludwigsfelde

Tochterunternehmen gegründet und unter dem Markendach „PHARMA PRIVAT“ vereint. Die Unternehmensgruppe beliefert Apotheken in Niedersachsen, Sachsen-Anhalt, Berlin, Brandenburg, Sachsen und Nordrhein-Westfalen. Zudem bietet Kehr persönliche Beratung, Betreuung und individuelle Services.

 

Die Kehr-Gruppe engagiert sich seit Jahrzehnten für eine optimale Medikamentenversorgung hierzulande und kritisiert globalisierungsbedingte Lieferengpässe. Hanns-Heinrich Kehr, Geschäftsführer der PHARMA PRIVAT GmbH, erläutert in der ZDF-Dokumentation „Planet e“ die Zusammenhänge (hier geht’s zum Video).

Factoring: Vorfinanzierungsfunktion absichern

Die besonderen Herausforderungen der Kehr-Gruppe ergeben sich nicht nur aus der höchst sensiblen Medikamentenlogistik, sondern auch aus einer speziell auf die Bedürfnisse der Apotheken abgestimmten Finanzierungsstrategie. Das Besondere daran: Apotheken organisieren ihre Zahlungsströme über spezielle Rezeptabrechnungsstellen. In der Regel geschieht das jeweils am Ende eines Monats. Die Apotheke erhält etwa zehn Tage später ihr Geld und muss den Zeitraum dazwischen überbrücken. Genau darauf hat Großhändler Kehr seine Zahlungsziele abgestimmt. „Wir übernehmen hier eine Vorfinanzierungsfunktion für unsere Kunden“, sagt Sabine Breuer. Die Apotheken bekommen von Kehr monatliche Sammelrechnungen, die erst dann fällig sind, wenn sie das Geld von ihren Abrechnungsstellen erhalten haben. Das monatliche Vorfinanzierungsvolumen beziffert die Chefin des Controllings auf einen mittleren zweistelligen Millionenbetrag. Neben einer möglichst reibungslosen Zusammenarbeit mit den Kunden sind für Kehr aber vor allem die eigenen Zahlungsziele wichtig: „Wir begleichen unsere Rechnungen pünktlich und nutzen dabei alle Skonto-Fristen.“

 

Stilles Inhouse-Factoring: „Für uns die beste Lösung“

„Unser Asset sind hier unsere Forderungen“, sagt Sabine Breuer. Und davon gibt sie seit Februar dieses Jahres einen relevanten Anteil an die PB Factoring GmbH weiter. Weil sich der Großhändler für ein sogenanntes stilles Inhouse-Factoring entschieden hat, bleibt die Debitoren-Buchhaltung unverändert bei Kehr. Für die Controllerin ist das die beste Lösung: „Wir haben bis zur Rechnungsstellung engen Kontakt zu unseren Kunden“, sagt sie. „Niemand ist schließlich so dicht dran wie unser Außendienst.“

Infografik: So funktioniert Factoring

So funktioniert Factoring

PB Factoring GmbH: immer nah am Kunden

Kundennähe ist auch ein zentrales Asset der PB Factoring GmbH. Im Tochterunternehmen der Postbank hält Hilâl Taneri, Regionale Vertriebsleitung Nord in der PB Factoring GmbH, die Verbindung zu Kehr. Ihre umfassende Kenntnis über dessen Geschäft und das daraus resultierende gegenseitige Vertrauen haben sich in den schwierigen Corona-Zeiten bereits ausgezahlt. Als bei Kehr im Monat März die Umsätze aufgrund von Medikamenten-Hamsterkäufen plötzlich stark stiegen, wurde der vereinbarte Rahmen komplikationslos erweitert. „Wir wissen, dass die Forderungen im Pharmagroßhandel stets sehr spät realisiert werden, und dass Lieferanten dennoch pünktlich bezahlt werden müssen. Da haben wir

natürlich schnell gehandelt“, so Hilâl Taneri.

 

Positiver Nebeneffekt: mit Factoring Bilanz verkürzen

Neben Liquidität und Flexibilität gibt es noch einen dritten positiven Aspekt, den das Unternehmen Kehr mit dieser Factoring-Lösung verbindet: Der Großhändler erreicht damit eine Verkürzung seiner Bilanz. Das ist gut fürs Rating und verbessert die Konditionen für künftige Finanzierungen. „Das war zwar nicht unser Hauptziel, es ist aber ein sehr schöner Nebeneffekt“, sagt Sabine Breuer. Wenn es um Medikamente geht, sind Nebenwirkungen in der Regel unerwünscht. Beim Factoring und seinen positiven Einflüssen auf die Bilanz sieht das für den Medikamenten-Großhändler jedoch ganz anders aus. Darum setzt die Controllerin bewusst weiter auf den Forderungsverkauf: Ende Juni hat sie das stille Inhouse-Factoring in einer weiteren operativen Gesellschaft der Kehr-Unternehmensgruppe etabliert.

  • Die Factoring-Vorteile im Überblick

    • Verbesserung der Liquidität durch Übernahme von Forderungen durch den Factor
    • Geringere Refinanzierungskosten durch verbesserte Bilanzstruktur und bessere Ratings
    • Schutz vor Forderungsausfällen
    • Entlastung des Rechnungswesens durch Auslagerung des Forderungsmanagements sowie Mahn- und Inkassowesens (Full-Service-Factoring)
  • Bildnachweise

    Aufmacherfoto: kyas photography | Jörg Kyas; Weitere Fotos: kyas photography | Jörg Kyas (3), Richard Kehr GmbH & Co. KG (3)

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