Perspektiven

Eine Alternative
für jeden Bedarf

Leasing boomt – nicht nur im Kfz-Bereich. Vor allem Mittelständler erweitern damit ihren Finanzierungsmix um eine liquiditätsschonende Alternative.

Leasing

urzgetrimmte Grüns, exakt geschnittene Rasenkanten und nirgendwo verwehtes Laub: Die Bahnen des Maritim Golfparks Ostsee sind exzellent gepflegt. Das muss auch so sein, denn die 27-Loch-Anlage zwischen Timmendorfer Strand und Travemünde soll ganzjährig bespielbar sein. Die für die Pflege nötige Technik wird geleast, so wie in den Maritim Hotels auch Großküchen, Möbel oder Telefonanlagen über Leasing finanziert werden. Maritim-Geschäftsführer Hendrik Förster bringt die Vorteile für sein Unternehmen auf den Punkt: „Die Maritim Gruppe ist ganz klar auf Wachstum fokussiert. Das bindet Kapital. Andererseits müssen wir ständig in unsere Hotels investieren, um den gewohnt hohen Standard zu sichern. Indem wir Mobiliar oder EDV-Anlagen leasen, schonen wir Liquidität und Eigenkapital.“

 

Leasing-Partner der inhabergeführten Maritim Hotelkette ist seit 2002 die Postbank Leasing GmbH. Mehr als 60 Leasingverträge mit einem Gesamtnettovolumen von 6,5 Millionen Euro wurden in dieser Zeit abgeschlossen. „Vor zwei Jahren wurden zum Beispiel sämtliche TV-Geräte ausgetauscht, insgesamt 3.000 Stück“, erzählt Uwe Koch, Regionaldirektor bei der Postbank Leasing GmbH in Hannover. Seit mehr als zehn Jahren ist er für Hendrik Förster erster Ansprechpartner, wenn es um das Leasen mobiler Wirtschaftsgüter geht. Der Maritim-Geschäftsführer schätzt die vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Postbank Leasingtochter: „Kurze Entscheidungswege und hohe Verlässlichkeit, das ist für ein dynamisch wachsendes Unternehmen wie Maritim bei allen Finanzierungsthemen wichtig.“

 

Trendthema Leasing

Die Beliebtheit von Leasing als Finanzierungsalternative schlägt sich in den aktuellen Zahlen des Bundesverbands Deutscher Leasing-Unternehmen (BDL) nieder: 2018 wuchs demnach das Neugeschäft mit Leasing und Mietkauf zum fünften Mal in Folge – um 4,5 Prozent auf 69,7 Milliarden Euro. Für 2019 prognostiziert der BDL ein Wachstum von 3 bis 4 Prozent. „Größere Wachstumsraten sind angesichts der konjunkturellen Aussichten nicht zu vermuten, denn Leasing atmet mit der Konjunktur“, erläutert BDL-Präsident Kai Ostermann den erstmals wieder etwas eingetrübten Ausblick.

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Leasing in Zahlen

Infografik: Leasing in Zahlen

Quelle: BDL; Stand: November 2018

Finanzierungsalternative für den Mittelstand

90 Prozent aller Leasingverträge unterschreiben mittelständische Unternehmer. Für sie ist Leasing aus dem wirtschaftlichen Alltag nicht mehr wegzudenken – auch in Zeiten, in denen es eher wenig Restriktionen bei der Kreditvergabe gibt. Hier bieten sich alternative Finanzierungsinstrumente wie Leasing und Factoring auch als Vorsorgemöglichkeit an, um die Finanzierung auf eine breite Basis zu stellen.

  • Die Leasing-Vorteile auf einen Blick

    1. Positive Auswirkung auf Bilanzstruktur und Kreditrating

    Unter bestimmten Bedingungen ist Leasing bilanzneutral. Es lässt bereits bestehende Kreditlinien unberührt und wirkt dadurch sowohl liquiditäts- als auch eigenkapitalschonend. Beim Mietkauf räumt die Leasinggesellschaft dem Kunden ein, das Objekt innerhalb einer Frist zu einem zuvor festgelegten Preis zu erwerben. Deshalb taucht die Mietkaufsache sofort in der Bilanz des Mietkäufers auf.

     

    2. Kein Eigen- oder Fremdkapital erforderlich

    Abgesehen von freiwilligen, zu Vertragsbeginn zu leistenden Sonderzahlungen muss im Gegensatz zum Bankkredit kein Eigen- oder Fremdkapital vorgehalten werden.

     

    3. Keine zusätzlichen Sicherheiten erforderlich

    Dem Leasinggeber gilt das Objekt selbst als Sicherheit. Deshalb entfällt zumeist die Forderung nach weiteren Sicherheiten.

     

    4. Vollfinanzierung möglich

    Im Gegensatz zu Bankkrediten, bei denen eine Vollfinanzierung oft nicht möglich ist, kann durch Leasing die komplette Investitionssumme abgedeckt werden.

     

    5. Maßgeschneiderte Leasingmodelle

    Im Rahmen des „Pay as you earn“-Prinzips finanziert sich das Leasingobjekt durch die laufenden Erträge quasi selbst. Bei saisonalen Geschäften ist es oft möglich, die Leasingraten an schwankende Erträge anzupassen.

Mobilien im Fokus

Leasingfähig sind im Prinzip alle Wirtschaftsgüter, die mobil und drittverwendungsfähig sind. Bei der Postbank sind das insbesondere Nutzfahrzeuge und Investitionsgüter – von der einzelnen Maschine bis zur kompletten Fertigungsanlage. Was als „mobil“ gilt, regelt das Steuerrecht. Beispiel Klimaanlage: Sie zählt prinzipiell zur Immobilie, in der sie zum Einsatz kommt, und ist somit nicht leasingfähig. Ist sie jedoch für die Ausübung eines Gewerbes zwingend erforderlich – wie für Kühlräume in Restaurants oder Schlachtereien –, gilt sie als leasingfähig. Die Höhe des Kaufpreises hat keinen Einfluss darauf, ob ein Wirtschaftsgut geleast werden kann. Das Leasen von Gütern mit geringem Investitionsvolumen bezeichnet man als Small-Ticket-Leasing. Der Trend geht hin zu umfassenden Angeboten. Das sogenannte „Life-Cycle-Management“ beinhaltet etwa bei Rechnern oder Kopierern neben der Anschaffung auch die Konfiguration, Wartung, den Austausch der Geräte sowie die Entsorgung. Auch beim klassischen Maschinenleasing steigt die Nachfrage nach zusätzlichen Dienstleistungen. Neben Versicherungsangeboten gehören dazu vor allem regelmäßige Wartungsarbeiten.

IFRS 16 – für wen der neue Standard gilt

Für Unternehmen, die nach den International Financial Reporting Standards (IFRS) bilanzieren, gilt ab dem 1. Januar 2019 der neue Standard IFRS 16. Nach Darstellung des Bundesverbandes Deutscher Leasing-Unternehmen betrifft die neue Regelung rund 1.000 kapitalmarktorientierte Konzerne. Sie müssen künftig auch diejenigen Miet- und Leasinggeschäfte bilanziell abbilden, die bislang als Operating Leases nicht in der Bilanz erscheinen mussten. BDL-Geschäftsführer Dr. Martin Vosseler: „Die Leasingnehmer haben gelassen auf die Kennzahlen-Effekte des IFRS 16 reagiert. Auf dem Papier erscheint der Verschuldungsgrad höher, dafür verbessern sich EBIT und EBITDA. An den tatsächlichen wirtschaftlichen Gegebenheiten ändert sich sowieso nichts.“ Die überwiegende Mehrheit der Leasingkunden, die ihre Bilanz ausschließlich nach HGB erstellt, ist vom neuen Standard nicht betroffen. Auch bei den steuerlichen Vorschriften, insbesondere den Leasingerlassen der Finanzverwaltung, bleibt für HGB-bilanzierende Unternehmen alles, wie es ist.

Transparenz und Flexibilität

Die Vertragsdauer ist beim Leasing stets kürzer als die sogenannte betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer. Unterschieden wird zwischen Verträgen mit Vollamortisation (VA) und Teilamortisation (TA). Der Unterschied: Bei VA-Verträgen deckt der Leasingnehmer mit seinen während der unkündbaren Grundmietzeit geleisteten Raten die Herstellungs- und Anschaffungskosten und die Nebenkosten, einschließlich der Finanzierungskosten des Leasinggebers. Anders bei TA-Verträgen: Bei dieser Variante ist das geleaste Objekt am Ende der Vertragslaufzeit noch nicht in Gänze abbezahlt. In dem Fall kann der Leasingnehmer die Restschuld zum Beispiel mit dem Erlös aus einem Verkauf tilgen.

 

Postbank Leasing – Partner für den Mittelstand

Die Postbank Leasing GmbH betreut Kunden aus verschiedensten Branchen und Märkten und unterstützt bei notwendigen Investitionen in mobile Wirtschaftsgüter. Maschinen und Produktionsanlagen, Fertigungsstraßen und logistiknahe Güter wie Hochregallager zählen ebenso dazu wie Nutzfahrzeuge – auch für den Einsatz auf dem Golfplatz. Die nächste Leasinganfrage der Maritim Gruppe liegt Uwe Koch bereits vor.

Interview

„Die Digitalisierung wirkt als Treiber für neue Leasingmodelle“

Horst Fittler,
Hauptgeschäftsführer Bundesverband Deutscher Leasing-Unternehmen

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    Perspektiven: Für welche Unternehmen ist Leasing geeignet?

     

    Horst Fittler: Für alle, die in Fahrzeuge, Maschinen oder IT-Equipment investieren wollen und denen die Nutzung wichtiger als das Eigentum am Wirtschaftsgut ist. Der Kundenkreis reicht vom Einzelhändler bis zum internationalen Konzern, jedoch mit einem deutlichen Schwerpunkt auf dem Mittelstand.

     

    Perspektiven: Wird sich die Bedeutung des Leasings als Finanzierungsinstrument künftig verändern?

     

    Horst Fittler: Seit vielen Jahren werden über die Hälfte aller außenfinanzierten Investitionen über Leasing realisiert. Dies ist relativ unabhängig von der allgemeinen Finanzierungssituation der Unternehmen, denn die Motive reichen über rein finanzielle Überlegungen hinaus. Planbarkeit und Transparenz der Investitionskosten sind ein wichtiges Argument. Da Leasing von vornherein eine zeitliche Befristung vorsieht, können Investitionsgüter schneller und einfacher durch neue, modernere ersetzt werden.

     

    Perspektiven: Welche Bedeutung hat die Digitalisierung für das Leasing?

     

    Horst Fittler: Speziell auf Kundenbedürfnisse zugeschnittene Leasingmodelle zeichneten die Branche schon immer aus. Die Digitalisierung wirkt als Treiber für weitere Modelle auf der Basis nutzungsbasierter Abrechnungen. Die so gesammelten Daten können die Leasinggesellschaften aufgrund ihres Know-hows analysieren und Services oder neue Geschäftsmodelle daraus ableiten.

  • Bildnachweise

    Aufmacher: iStockphoto (chinaface, Morsa Images, vm); Maritim Hotels; Foto: Fotostudio Charlottenburg

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