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Betriebsführung

Wie Unternehmer jetzt ihre Resilienz stärken

Seit mehr als einem Jahr befinden sich viele Unternehmer und ihre Mitarbeiter im Ausnahmezustand. Wie Sie jetzt Energie für den Neustart sammeln können.

Seit März 2020 bestimmt die Corona-Pandemie unser aller Leben. Viele Unternehmer und ihre Mitarbeiter stehen seitdem unter hohem Druck: Lockdown, Kontaktbeschränkungen, mobiles Arbeiten, Umsatzeinbrüche, Existenzsorgen. Mancher stellt sich mittlerweile die Frage, wie lange er das noch durchstehen kann und woher die Kraft für den Neustart nach der Krise kommen soll. Experten sprechen hier von Resilienz, der persönlichen seelischen Widerstandskraft. „Resilienz ist eine dynamische Kapazität, die man trainieren kann“, sagt Corinna Slawitschka, die Unternehmen zu Themen wie Resilienz, Agilität und Inner Leadership berät.

„Resilienz ist eine der Kernkompetenzen, um die Corona-Krise meistern zu können“

Corinna Slawitschka,
Organisationsberaterin, Business- und Leadership-Coach, rethink work

Mit Resilienz die Krise meistern

„Resilienz ist eine der Kernkompetenzen, um die Corona-Krise meistern zu können“, sagt Corinna Slawitschka. Sie sei zudem die entscheidende Fähigkeit für Erfolg, Gesundheit und Zufriedenheit. Für Perspektiven hat die Expertin sieben Tipps zusammengestellt, mit denen sich Resilienz trainieren lässt.

Entschleunigung schafft Freiräume

Für Corinna Slawitschka hat die Corona-Krise auch positive Seiten. „Die erzwungene Entschleunigung schafft neue Freiräume. Jetzt kann ein idealer Zeitpunkt sein, um innezuhalten und Stillstände im Unternehmen zu nutzen, zum Beispiel für das Überdenken von Geschäftsmodellen“, sagt sie. Auch das Thema Resilienz sollte dabei eine Rolle spielen: Positiv auf die Resilienz von insbesondere mittelständischen Familienunternehmen könnten sich konstante und starke Werte auswirken. Diese sollten sich in Leitbildern und Glaubenssätzen wiederfinden und transparent kommuniziert werden. Wichtig sei zudem eine positive Lernkultur, in der die Geschäftsführung Sicherheit gibt, das Wir-Gefühl stärkt und keinen Druck erzeugt – auch wenn Fehler passieren.

 

Kontakt halten im Homeoffice

Basis der Zusammenarbeit in Corona-Zeiten bildet für Corinna Slawitschka die Implementierung einer technologischen Infrastruktur, die den Austausch mit und zwischen den Mitarbeitenden im Homeoffice ermöglicht. Um im engen Austausch zu bleiben und niemanden zu verlieren, empfiehlt sie zum Beispiel „Daily Stand-up-Meetings“ (täglich 15 Minuten Austausch im Team). Für das hybride Arbeiten sollten sinnvolle „Home and Office“-Konzepte erarbeitet werden, etwa um feste Präsenztage der Mitarbeitenden sinnvoll zum kreativen Austausch, gemeinsamen Lernen und Socializing zu nutzen. Die restliche Zeit diene dann der strukturierten Bearbeitung von Aufgaben, was prinzipiell von überall aus erfolgen könne.

Und natürlich plädiert die Expertin auch hier für die Stärkung der individuellen Resilienz. Erste Maßnahmen seien angeleitete Achtsamkeitsübungen, etwa in Form von Meditation, Yoga oder Pilates. Über virtuelle Formate ließen sich ebenfalls Hilfestellungen und Impulse für eine gute Selbstorganisation und Struktur im Homeoffice vermitteln. Führungskräfte sollten zudem ihre wichtige Vorbildfunktion hinsichtlich Pausenzeiten nicht unterschätzen und regelmäßig Gespräche mit den Mitarbeitenden suchen, um den persönlichen Kontakt aufrechtzuerhalten.

  • Bildnachweise

    Aufmacherfotos: Getty Images (andreswd, RyanJLane), iStockphoto (miodrag ignjatovic, AJ_Watt, Drazen Zigic); Montage: HMC; Grafik: iStockphoto (erhui1979, Govindanmarudhai, Mykyta Dolmatov, Maria Zamchy, thenatchdl, tommy, vectorplusb)

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