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Suchmaschinenmarketing

Mit Google neue Kunden werben

Auf der Suche nach Produkten oder Dienstleistern geht heute fast jeder erst einmal ins Internet. Unternehmen, die dort gefunden werden wollen, kommen an Google nicht vorbei.

Manch einer mag sich noch daran erinnern: „Bin ich schon drin?“, staunte Ex-Tennisprofi Boris Becker im Herbst 1999 in einer Werbekampagne für den damals angeblich besonders einfachen Internetzugang mit dem Online-Dienst AOL. 20 Jahre danach sind fast alle „drin“. 90 Prozent der Menschen in Deutschland nutzen das Internet zumindest gelegentlich, 71 Prozent tagtäglich. Von den 14- bis 29-Jährigen gehen sogar 98 Prozent täglich online. So die Ergebnisse der aktuellen ARD/ZDF-Onlinestudie. Auch für Unternehmen ist das Internet längst kein Neuland mehr. Zwei Drittel der deutschen Firmen etwa präsentieren sich jüngsten Erhebungen des Statistischen Bundesamtes zufolge mit einer eigenen Website im Netz. Je nach Branche ist dieser Anteil noch deutlich höher. So machen laut einer Umfrage des Digitalverbands Bitkom aktuell 98 Prozent der Handelsfirmen über eine eigene Homepage auf ihr Angebot aufmerksam. Befragt wurden sowohl stationäre als auch Online-Händler.

 

An Google führt kein Weg vorbei
Zu denen, die mit ihrem Betrieb längst drin sind im Internet, gehört Christian Wiese. Schon seit vielen Jahren hat der Hamburger Dachdecker eine professionell gestaltete Website. Denn wenn heute ein Handwerker, Dienstleister oder ein bestimmtes Produkt benötigt wird, suchen die meisten Konsumenten zuerst im Internet. Und das zumeist mit Google – in Deutschland laufen fast 95 Prozent aller Suchanfragen über den weltweiten Marktführer unter den Suchmaschinen. Fast jede dritte Suchanfrage hat einen lokalen Bezug.

 

Wer bei Google gefunden werden will, und das natürlich am besten vor seinen Mitbewerbern, benötigt allerdings mehr als eine gut gemachte Homepage. Das weiß auch Christian Wiese. Er hat seine Internetpräsenz deshalb nicht nur inhaltlich und technisch für die Internetsuche optimiert – Fachleute sprechen hier von SEO (engl. „Search Engine Optimization“) –, er setzt auch auf Suchmaschinenmarketing, kurz SEM (engl. „Search Engine Marketing“). Dazu gehören das Firmenprofil bei Google My Business sowie regelmäßig Anzeigen über Google Ads.

Dank der durchweg positiven Bewertungen in unserem Unternehmensprofil haben wir über Google schon einige Neukunden gewonnen.

Christian Wiese
Dachdeckermeister aus Hamburg

So sorgt Google My Business für mehr Sichtbarkeit im Netz

Die günstigste und einfachste Möglichkeit, in der Google-Suche sichtbarer zu werden, ist, ein kostenloses Konto bei Google My Business einzurichten und ein Unternehmensprofil sowie einen Eintrag bei Google Maps anzulegen. Gibt ein Nutzer beispielsweise die eher allgemeinen Suchwörter „Dachdecker“ und „Hamburg“ bei Google ein, bekommt er in einem Google-Maps-Fenster neben vielen anderen den Eintrag von Dachdecker Wiese als Stecknadelsymbol angezeigt. Beim Klick auf die entsprechende Stecknadel erscheint Wieses My Business-Profil, eine Art Mini-Homepage mit dem Link auf die Website des Unternehmens, der Firmenadresse, Fotos von Bauprojekten und den Bewertungen von Kunden. Bei Bedarf könnten auch noch Öffnungszeiten, Sonderangebote und andere Werbeaktionen im Profil hinterlegt werden. Zudem können Interessenten mit eigenem Google-Konto direkt Kontakt mit dem Profilinhaber aufnehmen. Wird „Dachdeckermeister Christian Wiese“ oder eine ähnlich präzise Suchwortkombination bei Google eingegeben, erscheint das Profil direkt neben den Suchergebnissen.

Screenshot des Google My Business-Profils von Dachdeckermeister Christian Wiese
Screenshot des Google My Business-Profils von Dachdeckermeister Christian Wiese bei Google Maps

Das Google My Business-Profil wird neben dem Suchergebnis zu „Dachdeckermeister Christian Wiese“ eingeblendet.

Das Google My Business-Profil, wie es beim Klick auf das Stecknadelsymbol bei Google Maps erscheint (links im Bild).

Online werben mit Google Ads

Kostenpflichtig ist das Schalten von Werbeanzeigen, den Google Ads, die über oder neben den Suchergebnissen bei Google, aber auch auf anderen Webseiten eingeblendet werden. Damit schafft man es zum Beispiel, sein Unternehmen auch dann auf der ersten Suchseite oder in Google Maps zu platzieren, wenn das mit SEO-Maßnahmen nicht funktioniert. Es stehen drei Werbemöglichkeiten zur Auswahl:

 

  1. Bei einer Suchkampagne werden zum eingegebenen Suchbegriff passende Textanzeigen über oder neben den Suchergebnissen eingeblendet.
  2. Displaykampagnen sind Bildanzeigen, die auf vom Nutzer besuchten Websites oder Apps zu sehen sind und auf die Homepage des Anzeigenkunden verlinken.
  3. Bei Videokampagnen handelt es sich um 6 bis 15 Sekunden lange Videoclips, die vor oder in Youtube-Videos eingeblendet werden.

 

Abgerechnet werden solche Werbekampagnen im Cost-per-Click- (CPC) bzw. Pay-per-Click-Verfahren (PPC). Das bedeutet, dass für eine Anzeige nur und immer dann gezahlt wird, wenn auch jemand daraufklickt. Der Anzeigenkunde legt vor der Schaltung ein monatliches Höchstbudget fest. Ist dieses ausgeschöpft, wird die Kampagne automatisch beendet. Das Budget kann zudem jederzeit angepasst werden, eine feste Vertragslaufzeit gibt es nicht.

 

SEO – was lange währt …

Im Idealfall taucht die eigene Unternehmenswebsite natürlich „von ganz alleine“ an der Spitze einer Google-Suche auf. Bei einer präzise auf das gewünschte Ergebnis abgestimmten Formulierung funktioniert das zumeist auch. Wer etwa „Christian Wiese Dachdeckermeister Hamburg“ bei Google eingibt, wird als Erstes die Website des Dachdeckers angezeigt bekommen. Doch schon „Dachdeckermeister Hamburg“ bringt mehr als 170.000 Suchergebnisse, Dachdecker Wieses Homepage sucht man auf den ersten Ergebnisseiten vergeblich.

So funktioniert die Google-Suche

Ganze Horden von SEO-Spezialisten beschäftigen sich mittlerweile mit der Frage, wie man eine Webpräsenz dazu bringt, bei Google besser zu ranken. Grundvoraussetzungen sind regelmäßig aktualisierte Inhalte und die richtigen Schlüsselwörter („Keywords“) in Überschriften oder Bildbeschreibungen. Werden diese allerdings zu häufig benutzt, können die Inhalte auch als Spam klassifiziert und die Seite von Google ignoriert werden. „Unleserliche Textblöcke, die nur für die Suchmaschine geschrieben wurden, sind also kontraproduktiv“, warnt Florian Kiel, Head of Performance Marketing bei der Online-Marketing-Agentur cormes. Auch Verlinkungen von anderen Seiten können bei der Verbesserung des Rankings helfen, aber diese sind für die meisten Unternehmensseiten insbesondere kleinerer Unternehmen kaum zu realisieren. Und: „Weil der Algorithmus von Suchmaschinen ständig verändert und optimiert wird, ist auch die SEO-Arbeit bei einer Website ein ständiger Prozess, der nie abgeschlossen ist“, bilanziert der Online-Marketing-Fachmann. Wunder sind von SEO also eher nicht zu erwarten.

 

Christian Wiese ist unterdessen auch auf Social Media aktiv. Dort teilt er regelmäßig Fotos von seinen Angestellten bei der Arbeit, um Azubis und Fachkräfte anzuwerben. „Ich will damit zeigen, dass junge Leute im Handwerk Verantwortung übernehmen und hoch hinauskommen können“, sagt er. Und nebenbei wird ja vielleicht auch der eine oder andere neue Kunde auf ihn aufmerksam. Demnächst will Wiese zudem ein Fortbildungsseminar zum Online-Marketing bei der Handwerkskammer besuchen. „Es gibt noch viel zu lernen“, ist er überzeugt. „Mal schauen, was da im Netz noch alles möglich ist.“ Wer sich online mehr digitale Kompetenzen aneignen möchte, kann dies bei den Workshops der Google Zukunftswerkstatt tun.

 

Übrigens: Nicht nur der einprägsame Online-Werbespot mit Boris Becker feierte 2019 Geburtstag, sondern auch das weltweite Netz: Am 30. August 1969 nahm an der Universität Los Angeles der erste Knoten des Arpanet den Betrieb auf – der Vorläufer des heutigen Internets.

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  • Bildnachweise

    Aufmacher-Screenshot: HMC; Weiteres Foto: privat

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